Modellbahn mit Smartphone steuern: Die besten Apps und Systeme 2026
Die Modellbahn mit dem Smartphone zu steuern, ist längst keine Spielerei mehr. Bei vielen Digitalsystemen kann das Handy heute einen klassischen Handregler ergänzen oder sogar vollständig ersetzen. Geschwindigkeit, Fahrtrichtung, Licht- und Soundfunktionen lassen sich direkt über den Touchscreen bedienen. Je nach System können außerdem Weichen, Signale, Fahrstraßen und ganze Gleisbilder gesteuert werden.
Besonders praktisch ist die kabellose Bedienung bei größeren Anlagen. Statt ständig zum zentralen Bedienpult zurückzugehen, kann man einem Zug folgen und ihn direkt an der jeweiligen Stelle der Anlage steuern. Auch bei Wartungsarbeiten unter der Anlage oder beim Rangieren ist ein Smartphone als mobiler Handregler hilfreich.
Doch welche App funktioniert mit welcher Digitalzentrale? Benötigt man einen zusätzlichen Computer? Funktioniert die Steuerung mit Android und iPhone? Und welche Lösungen eignen sich auch für ältere Modellbahnanlagen?
Dieser Überblick zeigt die interessantesten Möglichkeiten zur Smartphone-Steuerung einer digitalen Modellbahn im Jahr 2026.
Modellbahn per Smartphone steuern: So funktioniert es grundsätzlich
Eine digitale Lokomotive lässt sich normalerweise nicht direkt mit einem Smartphone verbinden. Zwischen Handy und Gleis befindet sich weiterhin eine Digitalzentrale oder ein Computer mit entsprechender Schnittstelle.
Das Smartphone sendet seine Befehle über WLAN an die Digitalzentrale oder an eine Modellbahnsoftware. Von dort werden die Befehle in das jeweilige Digitalprotokoll umgesetzt und über das Gleis an den Decoder der Lokomotive übertragen.
Der typische Aufbau sieht deshalb so aus:
- Smartphone oder Tablet verbindet sich mit dem WLAN.
- Eine App oder Weboberfläche stellt die Bedienung bereit.
- Der Befehl wird an Digitalzentrale oder Steuerungscomputer übertragen.
- Die Digitalzentrale erzeugt das DCC-, Motorola- oder mfx-Signal.
- Der Lokdecoder setzt Geschwindigkeit, Fahrtrichtung und Funktionen um.
Eine Internetverbindung ist für den eigentlichen Fahrbetrieb bei den meisten Lösungen nicht erforderlich. Entscheidend ist das lokale Netzwerk zwischen Smartphone und Modellbahnsteuerung.
Die wichtigsten Smartphone-Systeme 2026 im Überblick
| System | Smartphone | Zusätzlicher PC nötig? | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| ROCO/FLEISCHMANN Z21 App | Android / iOS | Nein | Z21- und z21-Systeme |
| Märklin Central Station 3 | Browser | Nein | Märklin, mfx, MM und DCC |
| iTrain 6 remote | Android / iOS | Ja | PC-gesteuerte Anlagen |
| Rocrail / Rocweb | Browser | Ja | Flexible und automatisierte Anlagen |
| JMRI + Engine Driver / WiThrottle | Android / iOS | Meist ja | Offene und flexible Systeme |
| DCC-EX | Android / iOS / Browser | Nicht zwingend | Selbstbau und DCC |
| TrainController + SmartHand Mobile | Browser | Ja | TrainController-Anlagen |
1. Z21 App: Modellbahn direkt mit Smartphone und Tablet steuern
Eine der komfortabelsten Lösungen für die Smartphone-Steuerung kommt von ROCO und FLEISCHMANN. Die kostenlose Z21 App verbindet sich direkt mit einer geeigneten Z21-Digitalzentrale.
Die App steht sowohl für Android als auch für iPhone und iPad zur Verfügung. Unterstützt werden aktuell Android ab Version 7 sowie iOS ab Version 12.
Weitere Informationen und die Downloadlinks gibt es auf der offiziellen Z21-Webseite.
Was kann die Z21 App?
Die Z21 App ist wesentlich mehr als ein einfacher Fahrregler. Für jede Lok kann ein eigener Eintrag mit Name, Adresse, Bild und Funktionstasten angelegt werden.
- Geschwindigkeit steuern
- Fahrtrichtung ändern
- Licht- und Soundfunktionen bedienen
- Lokomotiven verwalten
- Weichen und Signale schalten
- Gleisbildstellwerk erstellen
- Fahrstraßen schalten
- CV-Werte lesen und schreiben
- Programmierung auf dem Programmiergleis
- Programming on Main, kurz POM
- Anlagenkonfiguration exportieren und importieren
Gerade die CV-Programmierung ist praktisch. Eine Lok muss für viele Einstellungen nicht mehr über ein kleines Display eines Handreglers programmiert werden. Werte und einzelne Bits lassen sich übersichtlicher auf dem Smartphone oder Tablet bearbeiten.
Z21 App als Gleisbildstellwerk
Die App kann zusätzlich als digitales Stellpult verwendet werden. Weichen und Signale werden auf einem schematischen Gleisplan angeordnet und anschließend durch Antippen geschaltet.
Auf einem Smartphone funktioniert das gut für kleinere Bahnhöfe und Anlagenbereiche. Bei umfangreichen Gleisplänen ist ein Tablet aufgrund des größeren Displays komfortabler.
Welche Z21-Zentrale wird benötigt?
Die App wurde speziell für das Z21-System entwickelt. Dazu gehören die verschiedenen Z21- beziehungsweise z21-Zentralen von ROCO und FLEISCHMANN.
Bei älteren z21start-Zentralen sollte darauf geachtet werden, ob die Netzwerkschnittstelle freigeschaltet ist. Die 2026 vorgestellte Z21 START newGen besitzt WLAN bereits integriert und kann direkt mit Smartphone oder Tablet verwendet werden.
Informationen zu den aktuellen Zentralen gibt es unter z21.eu.
Für Nutzer, die ohnehin eine Z21 einsetzen, ist die offizielle App eine der naheliegendsten Möglichkeiten zur mobilen Modellbahnsteuerung.
2. Märklin Central Station 3 mit dem Smartphone steuern
Auch Märklin bietet für die Central Station 3 eine Smartphone-Steuerung. Dabei wird inzwischen keine klassische App benötigt. Die CS3 stellt eine eigene Weboberfläche bereit, die mit einem Browser aufgerufen werden kann.
Smartphone und Central Station müssen sich dafür im selben Netzwerk befinden. Die CS3 wird üblicherweise über ihren Netzwerkanschluss mit dem Router verbunden, während das Smartphone über WLAN auf das gleiche Netzwerk zugreift.
Weitere Informationen zur Central Station gibt es direkt bei Märklin.
Mobile Weboberfläche der CS3
Erkennt die Central Station ein Gerät mit kleinem Bildschirm, stellt sie eine für Smartphones optimierte Bedienoberfläche zur Verfügung.
Darüber können unter anderem folgende Bereiche aufgerufen werden:
- Lokliste
- Loksteuerung
- Magnetartikel
- Gleisbilder und Stellpulte
- Ereignisse
- Systeminformationen
Damit können Lokomotiven direkt vom Smartphone aus ausgewählt und gefahren werden. Auch Weichen und andere Magnetartikel lassen sich bedienen.
Interessant für Märklin-Fahrer
Die Central Station 3 unterstützt neben Märklin mfx und Märklin Motorola auch DCC. Damit ist die Lösung nicht ausschließlich auf klassische Märklin-Lokomotiven beschränkt.
Wer bereits eine CS3 oder CS3 plus verwendet, benötigt für die Smartphone-Bedienung keine zweite Digitalzentrale. Das vorhandene System kann einfach über das Netzwerk erweitert werden.
Der Vorteil einer Browserlösung ist außerdem, dass keine spezielle Smartphone-App gepflegt werden muss. Solange ein moderner Browser verfügbar ist, kann die Oberfläche auf unterschiedlichen Geräten genutzt werden.
3. iTrain 6 remote: Smartphone als Fernbedienung für iTrain
Wer seine Modellbahn ohnehin mit einem Computer und iTrain steuert, kann das Smartphone als zusätzlichen mobilen Fahrregler einsetzen.
2026 ist mit iTrain 6 eine neue Hauptversion der Modellbahnsoftware verfügbar. Dazu gibt es die passende App iTrain 6 remote.
Informationen zu iTrain und zur Remote-Steuerung gibt es auf der offiziellen Webseite von Berros.
Wie funktioniert iTrain remote?
Die App arbeitet als Client. Auf einem Computer läuft iTrain im Server-Modus und ist mit der Digitalzentrale verbunden. Smartphone und Computer befinden sich im gleichen Netzwerk.
Die App verbindet sich anschließend mit diesem iTrain-Server.
Damit können unter anderem Lokomotiven ausgewählt und gesteuert werden. Geschwindigkeit, Fahrtrichtung und Lokfunktionen stehen auf dem Smartphone zur Verfügung.
Darüber hinaus lassen sich Fahrstraßen beziehungsweise Routen starten und stoppen. Auch das Stellwerk kann aufgerufen werden, um Weichen und Signale zu bedienen und den Zustand der Anlage zu verfolgen.
Für wen eignet sich iTrain remote?
Die Lösung ist besonders interessant, wenn iTrain ohnehin für die automatische Steuerung der Modellbahn eingesetzt wird.
Das Smartphone wird dann zum zusätzlichen Bediengerät. Die komplette Anlagenlogik bleibt auf dem Steuerungscomputer. Dadurch können beispielsweise automatische Zugfahrten am Computer laufen, während einzelne Lokomotiven manuell mit dem Smartphone bewegt werden.
Für eine einfache Modellbahn, auf der lediglich zwei oder drei Loks gefahren werden sollen, wäre ein vollständiges iTrain-System dagegen meist unnötig aufwendig.
4. Rocrail und Rocweb: Modellbahnsteuerung im Browser
Rocrail gehört zu den bekanntesten herstellerunabhängigen Programmen zur Modellbahnsteuerung. Die Software kann mit zahlreichen Digitalzentralen zusammenarbeiten und eignet sich sowohl für manuelles Fahren als auch für weitgehend automatisierte Anlagen.
Für Smartphone und Tablet ist besonders Rocweb interessant.
Weitere Informationen gibt es im offiziellen Rocrail-Wiki.
Rocweb läuft direkt im Browser
Rocweb stellt die Bedienoberfläche über einen Webbrowser bereit. Dadurch muss auf dem Smartphone keine spezielle Modellbahn-App installiert werden.
Über die mobile Oberfläche können viele wichtige Funktionen von Rocrail genutzt werden.
- Gleisspannung ein- und ausschalten
- Lokomotiven auswählen
- Loks fahren
- Lokfunktionen bedienen
- Weichen schalten
- Signale schalten
- Gleisplan anzeigen
- Automatikbetrieb starten und stoppen
Die umfangreiche Konfiguration der Anlage erfolgt weiterhin komfortabler über Rocview am Computer. Für den laufenden Betrieb kann das Smartphone anschließend als mobiler Bedienplatz dienen.
Interessant für Vereine und größere Anlagen
Browserbasierte Bedienung hat einen großen Vorteil: Mehrere Nutzer können unterschiedliche Geräte verwenden.
Bei einer Vereins- oder Modulanlage können beispielsweise mehrere Smartphones oder Tablets gleichzeitig als Bedienplätze genutzt werden. Jeder Bediener kann sich dabei in dem Bereich der Anlage bewegen, den er gerade betreut.
Für Rocweb ist nach Angaben des Projekts ein gültiger Spendenschlüssel erforderlich. Wer Rocrail ausprobieren möchte, sollte deshalb die aktuellen Bedingungen direkt beim Projekt prüfen.
5. JMRI mit Engine Driver und WiThrottle
JMRI steht für Java Model Railroad Interface und ist ein sehr umfangreiches Open-Source-Projekt für digitale Modelleisenbahnen.
Das System unterstützt zahlreiche Digitalzentralen und kann unter anderem Lokomotiven verwalten, Decoder programmieren, Gleisbilder darstellen und Automatisierungsaufgaben übernehmen.
Weitere Informationen gibt es unter jmri.org.
Engine Driver für Android
Eine der bekanntesten Smartphone-Lösungen in Verbindung mit JMRI ist Engine Driver.
Die Android-App kann sich über WLAN mit dem WiThrottle-Server von JMRI verbinden. Anschließend wird das Smartphone zum kabellosen Fahrregler.
- Geschwindigkeit und Fahrtrichtung steuern
- bis zu 29 DCC-Funktionen bedienen
- mehrere Lokomotiven beziehungsweise Consists steuern
- Anlagenstrom schalten
- Weichen bedienen
- Fahrstraßen bedienen
- JMRI-Gleisbildseiten aufrufen
Informationen zur Smartphone-Anbindung stellt JMRI auf seiner Seite zum WiThrottle-Server bereit.
WiThrottle für iPhone und iPad
Für Apple-Geräte existieren verschiedene Apps, die das WiThrottle-Protokoll unterstützen. Damit lässt sich ebenfalls eine Verbindung zu einem JMRI-System herstellen.
Der große Vorteil von JMRI liegt in seiner Offenheit. Wer bereits eine unterstützte Digitalzentrale besitzt, kann diese häufig über den Computer mit modernen Smartphone-Handreglern ergänzen.
Dafür ist die Einrichtung etwas technischer als beispielsweise beim Z21-System.
6. DCC-EX: Günstige Smartphone-Steuerung für Bastler
DCC-EX verfolgt einen besonders interessanten Ansatz. Das Open-Source-Projekt ermöglicht den Aufbau einer eigenen DCC-Digitalzentrale auf Basis günstiger Mikrocontroller-Hardware.
Damit eignet sich DCC-EX besonders für Modellbahner, die gerne selbst bauen und konfigurieren.
Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen DCC-EX-Webseite.
Smartphone direkt mit DCC-EX verbinden
Mit entsprechender WLAN-Hardware können Smartphone-Handregler direkt mit einer DCC-EX CommandStation kommunizieren.
Für Android wird vom Projekt unter anderem Engine Driver empfohlen. Die App kann neben dem verbreiteten WiThrottle-Protokoll auch spezielle DCC-EX-Befehle verwenden.
Damit sind je nach Konfiguration beispielsweise auch Decoderprogrammierung und weitere Funktionen der CommandStation über das Smartphone möglich.
Auch für iOS stehen verschiedene kompatible WiThrottle-Apps zur Verfügung.
Für wen ist DCC-EX interessant?
DCC-EX richtet sich weniger an Modellbahner, die eine Digitalzentrale auspacken und unmittelbar losfahren möchten.
Wer sich aber mit Arduino, ESP32, Netzwerken oder eigener Elektronik beschäftigt, bekommt eine sehr flexible Plattform.
Gerade für kleine Testanlagen, Module und selbst entwickelte Digitalsteuerungen ist das System interessant.
7. TrainController mit SmartHand Mobile
Auch Nutzer von TrainController können Smartphones und Tablets in die Anlagensteuerung einbinden. Dafür bietet Freiwald Software die Erweiterung SmartHand Mobile an.
Informationen zu TrainController und SmartHand gibt es unter freiwald.com.
SmartHand Mobile arbeitet über einen integrierten Webserver. Auf dem Smartphone wird deshalb lediglich ein geeigneter Webbrowser benötigt.
Der Browser öffnet die vom TrainController-Rechner bereitgestellte Adresse und verwandelt das Smartphone anschließend in einen mobilen Handregler.
Damit lassen sich unter anderem Lokomotiven, Weichen, Signale, Weichenstraßen, Zugfahrten und verschiedene Anlagenfunktionen bedienen.
SmartHand Mobile ist vor allem dann interessant, wenn TrainController bereits die zentrale Steuerung der Anlage übernimmt. Für eine reine Smartphone-Steuerung einer kleinen Anlage wäre das System dagegen unnötig umfangreich.
Smartphone oder klassischer Handregler?
Ein Smartphone bietet viele Vorteile. Es besitzt einen großen Bildschirm, kann Lokbilder darstellen und ermöglicht flexible Bedienoberflächen. Trotzdem ersetzt es einen klassischen Handregler nicht in jeder Situation.
| Smartphone | Klassischer Handregler |
|---|---|
| großer Touchscreen | echter Drehregler |
| Lokbilder und Symbole | Bedienung ohne Hinsehen möglich |
| flexible Oberfläche | meist robuste Bedienung |
| Gleisbild darstellbar | direkter Zugriff auf Tasten |
| Gerät bereits vorhanden | für Modellbahn optimiert |
| kabellos über WLAN | je nach System ebenfalls kabellos |
Gerade beim Rangieren ist ein echter Drehregler angenehm. Die Geschwindigkeit kann verändert werden, ohne ständig auf das Display zu schauen.
Beim Schalten von Funktionen, beim Aufrufen einer bestimmten Lok oder bei der Bedienung eines Gleisbildstellwerks spielt das Smartphone seine Stärken aus.
Eine Kombination aus beiden Bedienarten ist deshalb oft besonders angenehm.
Smartphone oder Tablet für die Modellbahn?
Für die reine Loksteuerung reicht ein Smartphone vollkommen aus. Das Gerät liegt gut in der Hand und kann während des Betriebs problemlos mitgeführt werden.
Sobald ein umfangreicher Gleisplan dargestellt werden soll, bietet ein Tablet deutliche Vorteile.
| Anwendung | Smartphone | Tablet |
|---|---|---|
| Lok fahren | sehr gut | gut |
| Rangieren | sehr gut | gut |
| Lokfunktionen | sehr gut | sehr gut |
| Gleisbild | bedingt | sehr gut |
| Weichenstraßen | gut | sehr gut |
| Festes Stellpult | weniger geeignet | sehr gut |
Ein älteres Tablet kann deshalb ein interessantes Zweitleben als festes Modellbahn-Stellpult bekommen. Für viele lokale Steuerungsanwendungen wird weder eine SIM-Karte noch besonders leistungsfähige Hardware benötigt.
Brauche ich für die Smartphone-Steuerung Internet?
Für den eigentlichen Modellbahnbetrieb normalerweise nicht.
Die Kommunikation findet im lokalen Netzwerk statt. Smartphone und Digitalzentrale beziehungsweise Modellbahncomputer müssen sich lediglich gegenseitig erreichen können.
Internet wird beispielsweise benötigt, um eine App herunterzuladen, Updates einzuspielen oder bestimmte Online-Funktionen zu verwenden.
Eine Z21 kann beispielsweise vollständig über das lokale WLAN bedient werden. Eine SIM-Karte im Smartphone ist dafür nicht erforderlich.
Eigenes WLAN für die Modellbahn sinnvoll?
Bei einer kleinen Heimanlage kann die vorhandene Netzwerkstruktur verwendet werden. Bei größeren Anlagen kann ein eigenes WLAN für die Modellbahn sinnvoll sein.
Das gilt besonders bei Vereinsanlagen oder Ausstellungen, bei denen mehrere Smartphones, Tablets und WLAN-Handregler gleichzeitig eingesetzt werden.
Ein eigenes Modellbahnnetz erleichtert außerdem die Fehlersuche. Fernseher, Smart-Home-Geräte und andere Netzwerkgeräte haben dann keinen Einfluss auf die Struktur der Anlagensteuerung.
Internet benötigt dieses Netzwerk nicht zwingend. Ein normaler WLAN-Router kann auch ausschließlich für das lokale Modellbahnnetz verwendet werden.
Kann ich eine ältere Digitalzentrale mit dem Smartphone steuern?
Das hängt stark von der vorhandenen Zentrale ab.
Eine Digitalzentrale benötigt irgendeine Möglichkeit, Befehle aus einem Netzwerk oder von einem Computer entgegenzunehmen. Das kann über Ethernet, WLAN, USB oder eine herstellerspezifische Schnittstelle erfolgen.
Besonders Programme wie Rocrail und JMRI können interessant sein, wenn eine ältere Zentrale zwar keine eigene Smartphone-App besitzt, aber über eine Computerschnittstelle angesprochen werden kann.
Der Computer übernimmt dann die Rolle des Vermittlers zwischen Smartphone und Digitalzentrale.
Welche Lösung eignet sich für DCC?
Für reine DCC-Anlagen ist die Auswahl besonders groß.
- Z21
- iTrain
- Rocrail
- JMRI
- DCC-EX
- TrainController
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt deshalb weniger vom DCC-Protokoll als von der verwendeten Digitalzentrale und dem gewünschten Funktionsumfang ab.
Wer eine unkomplizierte Komplettlösung möchte, findet mit der Z21 eine interessante Kombination aus Hardware und eigener App.
Wer möglichst viel selbst konfigurieren möchte, sollte sich JMRI, Rocrail oder DCC-EX ansehen.
Welche Smartphone-Steuerung eignet sich für Märklin?
Für Märklin-Anlagen mit mfx bietet sich vor allem die Central Station 3 an. Die Zentrale unterstützt die Märklin-Protokolle und stellt gleichzeitig eine mobile Weboberfläche bereit.
Besitzt die Anlage bereits eine CS3, lässt sie sich deshalb vergleichsweise einfach um Smartphones und Tablets als zusätzliche Bediengeräte erweitern.
Bei DCC- oder Motorola-Betrieb gibt es darüber hinaus weitere Möglichkeiten über herstellerunabhängige Software.
Welche Smartphone-Steuerung eignet sich für Spur N?
Die Spurweite spielt bei der digitalen Smartphone-Steuerung praktisch keine Rolle.
Entscheidend sind Digitalprotokoll, Decoder und Zentrale. Eine Spur-N-Anlage mit DCC kann grundsätzlich genauso über eine Z21, Rocrail, JMRI, iTrain oder DCC-EX gesteuert werden wie eine H0-Anlage.
Gerade bei Spur N sind mobile Bediengeräte praktisch, weil auf einer relativ kleinen Fläche umfangreiche Anlagen mit vielen Weichen und mehreren Zügen entstehen können.
Smartphone als zusätzlicher Handregler nutzen
Man muss sich nicht zwischen Smartphone und normalem Handregler entscheiden.
Viele Digitalsysteme erlauben mehrere Bediengeräte gleichzeitig. Bei der Z21 können beispielsweise Smartphone, Tablet, multiMAUS und WLANMAUS parallel verwendet werden.
Damit kann eine Person einen Zug mit einem klassischen Handregler fahren, während eine zweite Person eine andere Lok über das Smartphone übernimmt.
Das ist besonders bei gemeinsamen Fahrabenden oder größeren Anlagen interessant.
Welche Lösung passt zu welcher Modellbahn?
| Ausgangssituation | Interessante Lösung |
|---|---|
| Z21 bereits vorhanden | Z21 App |
| Neue unkomplizierte DCC-Anlage | Z21-System |
| Märklin CS3 vorhanden | CS3 Weboberfläche |
| iTrain wird bereits genutzt | iTrain remote |
| Rocrail-Anlage | Rocweb |
| Offene PC-Steuerung gewünscht | JMRI |
| Günstiges Selbstbauprojekt | DCC-EX |
| TrainController vorhanden | SmartHand Mobile |
Unsere Einschätzung zu Smartphone-Apps für die Modellbahn 2026
Die Smartphone-Steuerung ist 2026 bei der digitalen Modellbahn angekommen. Für viele Anlagen kann das Handy einen vollwertigen zusätzlichen Handregler darstellen.
Besonders unkompliziert ist das Z21-System. Die kostenlose App stammt direkt vom Hersteller, benötigt keinen zusätzlichen Computer und deckt vom Fahrregler über das Gleisbild bis zur CV-Programmierung erstaunlich viele Funktionen ab.
Märklin-Fahrer mit einer Central Station 3 benötigen ebenfalls keine zusätzliche Steuerungssoftware. Die mobile Weboberfläche der CS3 ermöglicht die Bedienung direkt über den Browser.
Bei größeren oder automatisierten Modellbahnanlagen werden iTrain, Rocrail und TrainController interessant. Hier ist das Smartphone Bestandteil einer umfangreicheren Computersteuerung.
JMRI und DCC-EX richten sich stärker an Modellbahner, die ein offenes und flexibel konfigurierbares System bevorzugen. Beide Lösungen zeigen, dass eine leistungsfähige Smartphone-Steuerung nicht zwingend an eine bestimmte kommerzielle Digitalzentrale gebunden sein muss.
Welches System am besten passt, hängt deshalb vor allem davon ab, welche Digitalzentrale bereits vorhanden ist. Wer neu beginnt, sollte die Smartphone-Anbindung bereits bei der Auswahl der Digitalzentrale berücksichtigen. Ein gutes WLAN-Konzept und eine moderne App können den späteren Modellbahnbetrieb erheblich komfortabler machen.
Häufige Fragen zur Smartphone-Steuerung
Kann ich eine Modellbahn direkt mit dem Smartphone steuern?
Ja. Dafür wird allerdings normalerweise eine Digitalzentrale oder ein Steuerungscomputer benötigt, der die Befehle des Smartphones in das entsprechende Digitalsignal umsetzt.
Welche Modellbahn-App ist kostenlos?
Die Z21 App kann kostenlos heruntergeladen werden. Auch im Umfeld von JMRI und DCC-EX stehen kostenlose Anwendungen zur Verfügung. Für einige Systeme wird allerdings zusätzliche Hardware oder kostenpflichtige PC-Software benötigt.
Kann ich eine Märklin-Modellbahn mit dem Handy steuern?
Ja. Die Central Station 3 bietet eine Weboberfläche, über die sich die Anlage mit Smartphone oder Tablet bedienen lässt.
Kann ich eine Z21 mit dem iPhone steuern?
Ja. Die offizielle Z21 App ist sowohl für iPhone und iPad als auch für Android-Geräte erhältlich.
Benötigt die Modellbahnsteuerung Internet?
Für den normalen Betrieb meist nicht. Smartphone und Digitalzentrale beziehungsweise Steuerungscomputer müssen sich lediglich im gleichen lokalen Netzwerk befinden.
Kann ich ein altes Smartphone für die Modellbahn verwenden?
Grundsätzlich ja, sofern Betriebssystem und Browser beziehungsweise die benötigte App noch unterstützt werden. Gerade ein ausrangiertes Smartphone oder Tablet kann als dauerhaftes Modellbahn-Bediengerät sinnvoll weiterverwendet werden.
Ist ein Tablet besser als ein Smartphone?
Zum Fahren einzelner Lokomotiven ist ein Smartphone oft handlicher. Für Gleisbilder, Stellwerke und umfangreiche Anlagen ist ein Tablet durch die größere Bildschirmfläche komfortabler.