RC-Car Geschwindigkeit messen: GPS, Smartphone-App oder Speedmeter?
Wie schnell fährt mein RC-Car eigentlich wirklich? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich fast jeder irgendwann. Besonders nach einem Motorwechsel, einer anderen Übersetzung oder dem Umstieg auf einen stärkeren LiPo möchte man wissen, ob sich die Änderungen tatsächlich bemerkbar machen.
Zur Geschwindigkeitsmessung gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten ist das Smartphone, genauer wird es mit einem GPS-Speedmeter im Fahrzeug. Daneben gibt es externe Messgeräte, die über Radar, Lichtschranken oder spezielle Sensoren arbeiten.
Welche Methode sinnvoll ist, hängt stark davon ab, was du messen möchtest. Für einen Basher reicht oft eine einfache GPS-Messung. Bei Speedruns oder beim Abstimmen eines Fahrzeugs wird die Genauigkeit deutlich wichtiger.
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Welche Möglichkeiten gibt es?
Im Modellbau sind vor allem drei Varianten verbreitet:
- Geschwindigkeit mit dem Smartphone messen
- GPS-Speedmeter direkt im RC-Car verwenden
- externes Speedmeter oder Radar einsetzen
Alle drei Lösungen funktionieren, haben aber unterschiedliche Stärken und Schwächen.
1. Geschwindigkeit mit dem Smartphone messen
Die einfachste Möglichkeit liegt ohnehin schon in der Hosentasche. Fast jedes moderne Smartphone verfügt über GPS und kann daraus eine Geschwindigkeit berechnen.
Es gibt verschiedene GPS-Speedometer-Apps, die aktuelle Geschwindigkeit und Höchstgeschwindigkeit anzeigen. Das Prinzip ist simpel: Das Smartphone bewegt sich mit dem Fahrzeug und berechnet aus den GPS-Positionen die Geschwindigkeit.
Für erste Tests ist das praktisch. Wer wissen möchte, ob sein RC-Car ungefähr 40, 60 oder 80 km/h fährt, bekommt damit einen guten Anhaltspunkt.
Vorteile
- kostet meist nichts
- schnell ausprobiert
- keine zusätzliche Hardware nötig
- Höchstgeschwindigkeit kann gespeichert werden
Nachteile
- Smartphone muss am Fahrzeug befestigt werden
- bei kleinen RC-Cars oft zu groß und schwer
- GPS-Auflösung kann begrenzt sein
- bei kurzen Speedruns unter Umständen ungenau
- Beschädigungsrisiko bei einem Überschlag
Genau der letzte Punkt ist für mich wichtig. Ein günstiger GPS-Logger lässt sich leichter ersetzen als ein aktuelles Smartphone mit mehreren hundert Euro Wert.
2. GPS-Speedmeter direkt im RC-Car
Für ernsthaftere Messungen ist ein separater GPS-Speedmeter meist die angenehmere Lösung. Diese kleinen Geräte werden direkt im Fahrzeug befestigt und zeichnen die Geschwindigkeit während der Fahrt auf.
Nach dem Lauf lässt sich die maximale Geschwindigkeit auf dem Display oder über eine App ablesen.
Der große Vorteil gegenüber dem Smartphone liegt im Format. Ein GPS-Speedmeter ist kleiner, leichter und speziell dafür gebaut, in einem RC-Car mitzufahren.
Für wen lohnt sich ein GPS-Speedmeter?
- Basher
- Speedrun-Fahrer
- 1:8- und 1:10-RC-Cars
- Tests nach Übersetzungsänderungen
- Vergleich verschiedener LiPo-Akkus
3. Radar-Speedmeter
Eine weitere Möglichkeit ist ein externes Radar-Messgerät. Dabei fährt das RC-Car auf das Messgerät zu oder daran vorbei. Das Gerät misst die Geschwindigkeit, ohne dass zusätzliche Technik im Fahrzeug eingebaut werden muss.
Das ist besonders praktisch, wenn mehrere Fahrzeuge getestet werden sollen. Ein einziges Messgerät reicht dann für alle Modelle.
Vorteile
- kein zusätzliches Gewicht im Fahrzeug
- mehrere RC-Cars schnell messbar
- kein Smartphone im Fahrzeug
- gut für Strecken und Vereine
Nachteile
- Messposition muss stimmen
- nicht jede Fahrt wird sauber erfasst
- meist teurer als einfache GPS-Lösungen
4. Lichtschranke: Gut für feste Messstrecken
Wer immer an derselben Stelle misst, kann auch mit zwei Lichtschranken arbeiten. Dabei wird die Zeit gemessen, die das RC-Car für eine bekannte Strecke benötigt.
Die Geschwindigkeit lässt sich anschließend aus Strecke und Zeit berechnen.
Das Prinzip lautet:
Geschwindigkeit = Strecke ÷ Zeit
Für Modellbauvereine oder eine feste Speedrun-Strecke ist diese Methode interessant, weil die Messbedingungen sehr gut reproduzierbar sind.
Wie genau ist GPS?
GPS funktioniert bei gleichmäßiger Fahrt ziemlich gut. Problematisch wird es vor allem bei sehr kurzen Messstrecken.
Ein RC-Car kann in wenigen Sekunden stark beschleunigen. Wenn das GPS-Gerät nur relativ wenige Positionswerte pro Sekunde verarbeitet, kann eine kurze Geschwindigkeitsspitze geglättet oder gar nicht vollständig erfasst werden.
Für einen Basher spielt das kaum eine Rolle. Wer dagegen Unterschiede von nur 1 oder 2 km/h beurteilen möchte, sollte möglichst immer mit demselben Messgerät und unter vergleichbaren Bedingungen testen.
Warum zwei Messungen oft unterschiedliche Werte zeigen
Es ist völlig normal, dass zwei Messgeräte nicht exakt denselben Wert anzeigen.
Typische Ursachen sind:
- unterschiedliche GPS-Abtastraten
- unterschiedliche Signalqualität
- kurze Messstrecke
- unterschiedliche Berechnung der Höchstgeschwindigkeit
- Messgerät sitzt nicht exakt gleich
Deshalb sollte man bei Vergleichstests möglichst immer dieselbe Methode verwenden.
Wie befestigt man ein GPS-Gerät im RC-Car?
Das Gerät sollte so befestigt werden, dass es sich auch bei einem Überschlag nicht lösen kann.
Geeignet sind beispielsweise:
- Klettband
- Klettkabelbinder
- kleine Halterungen
- doppelseitiges Hochleistungsklebeband
Ich würde das Gerät möglichst tief und geschützt im Fahrzeug platzieren. Auf der Karosserie ist der GPS-Empfang zwar oft gut, bei einem Überschlag ist das Gerät dort aber deutlich stärker gefährdet.
Geschwindigkeit nach einer Übersetzungsänderung messen
Besonders interessant wird eine Geschwindigkeitsmessung nach einem Wechsel von Ritzel oder Hauptzahnrad.
Ein größeres Motorritzel kann die theoretische Höchstgeschwindigkeit erhöhen. Gleichzeitig steigt aber häufig die Belastung des Motors.
Deshalb würde ich nach jeder größeren Änderung zwei Dinge kontrollieren:
- Höchstgeschwindigkeit
- Motortemperatur
Nur weil das RC-Car 5 km/h schneller fährt, bedeutet das nicht automatisch, dass die Übersetzung besser ist. Wenn Motor und Regler dabei deutlich heißer werden, kann die Übersetzung zu lang sein.
Smartphone-App oder GPS-Speedmeter?
| Methode | Kosten | Genauigkeit | Für wen geeignet? |
|---|---|---|---|
| Smartphone-App | sehr gering | mittel | erste Tests, Basher |
| GPS-Speedmeter | mittel | gut | regelmäßige Messungen, Speedruns |
| Radar | mittel bis hoch | gut | mehrere Fahrzeuge, Vereine |
| Lichtschranke | mittel | sehr gut bei korrektem Aufbau | feste Messstrecke |
Wie schnell sind typische RC-Cars?
Die Spannweite ist enorm. Ein einfaches Einsteigerfahrzeug kann mit 20 bis 30 km/h unterwegs sein, während leistungsstarke Brushless-Basher deutlich schneller fahren.
Wie schnell ein bestimmtes Modell tatsächlich ist, hängt unter anderem von folgenden Punkten ab:
- Motor
- Regler
- LiPo-Spannung
- Übersetzung
- Reifendurchmesser
- Fahrzeuggewicht
- Luftwiderstand
- Untergrund
Eine theoretisch berechnete Geschwindigkeit ist deshalb immer nur ein Anhaltspunkt. Die reale Messung ist deutlich interessanter.
Speedrun richtig durchführen
Für eine brauchbare Messung braucht man keine professionelle Rennstrecke. Ein gerader, ausreichend langer und sicherer Bereich reicht bereits aus.
Wichtig ist vor allem, dass keine Personen, Fahrräder oder Fahrzeuge gefährdet werden können.
Für einen sauberen Vergleich würde ich mehrere Läufe durchführen. Dabei möglichst immer:
- denselben Akku verwenden
- denselben Untergrund nutzen
- in beide Richtungen fahren
- mehrere Messungen durchführen
- Motortemperatur kontrollieren
Der Lauf in beide Richtungen ist besonders hilfreich, weil Wind oder eine leichte Steigung das Ergebnis beeinflussen können.
Nicht nur auf die Höchstgeschwindigkeit schauen
Bei RC-Cars wird gerne über Höchstgeschwindigkeit gesprochen. Für den Fahrspaß ist sie aber nicht immer der wichtigste Wert.
Ein Fahrzeug mit extrem langer Übersetzung kann auf einer langen Geraden sehr schnell sein, beschleunigt aber möglicherweise schlechter und belastet den Motor stärker.
Gerade auf einer normalen RC-Strecke ist oft eine ausgewogene Übersetzung sinnvoller als die maximal erreichbare Geschwindigkeit.
Welche Methode würde ich wählen?
Für gelegentliche Messungen würde ich zunächst mit einer Smartphone-App beginnen. Damit lässt sich schnell feststellen, in welchem Geschwindigkeitsbereich das Fahrzeug liegt.
Wer häufiger umbaut, verschiedene Übersetzungen testet oder gezielt Speedruns fährt, ist mit einem kleinen GPS-Speedmeter besser bedient.
Ein Radar-Gerät lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere Fahrzeuge gemessen werden sollen. Für Vereine oder eine private Strecke kann diese Lösung deshalb besonders interessant sein.
Fazit: GPS-Speedmeter ist für viele RC-Fahrer der beste Kompromiss
Die Geschwindigkeit eines RC-Cars lässt sich heute ziemlich einfach messen. Für den Einstieg reicht eine Smartphone-App. Wer regelmäßig Werte vergleichen möchte, bekommt mit einem kleinen GPS-Speedmeter eine kompakte und praktische Lösung.
Radar oder Lichtschranke werden interessant, sobald mehrere Fahrzeuge getestet werden oder eine feste Messstrecke vorhanden ist.
Wichtig finde ich vor allem, immer unter vergleichbaren Bedingungen zu messen. Dann sieht man auch kleine Veränderungen durch Ritzel, Reifen oder Akku deutlich besser.
Und spätestens wenn nach einem Umbau plötzlich deutlich mehr Geschwindigkeit auf dem Display steht, macht so ein kleiner Speedtest ziemlich schnell Spaß.